Der Immobilienmarkt im Ruhrgebiet sendet positive Signale: Laut Immobilienmarktbericht Ruhr 2026 steigen die Neubauzahlen in mehreren Gewerbeimmobiliensegmenten.

Besonders gefragt sind flexible und hochwertige Flächen, die Produktion, Lager und Büro vereinen. Wachstumspotenziale sehen Expertinnen und Experten zudem in Zukunftsbranchen wie Life Science.
Das Immobilienjahr 2026 könnte im Ruhrgebiet besser enden als es begonnen hat. Nach einem moderaten ersten Halbjahr zeigen sich Wachstumsimpulse. Ruhrgebietsweit ist bereits im ersten Halbjahr in allen Gewerbeimmobilienklassen wieder mehr gebaut worden als im Vorjahreszeitraum, so ein Ergebnis des Immobilienmarktberichtes Ruhr, der am Montag in Gelsenkirchen vorgestellt wurde.
„Deutschlandweit fehlte es zuletzt an Investitionswillen, das spürt man auch im Ruhrgebiet. Nun setzen wir auf eine konjunkturelle Erholung und Investitionsentscheidungen. Mit neuen Quartieren und modernen Gewerbegebieten bietet das Ruhrgebiet beste Voraussetzungen“, sagte Jörg Kemna, Geschäftsführer der Business Metropole Ruhr GmbH.
Während die Umsatzzahlen in den wichtigsten Assetklassen auf verhaltenem Niveau verharrten oder sogar nachgaben, sind die Neubauzahlen in den ersten sechs Monaten auf niedrigem Niveau bereits angestiegen. Im Bürosegment um 2,7 Prozent, in der Logistik um 0,7 Prozent. In der Assetklasse Light Industrial gab es sogar ein Neubauplus von 576 Prozent auf nun 113.200 Quadratmeter. Damit wäre das erste Halbjahr auch schon besser als das bisher beste Gesamtjahr dieser jungen Immobilienklasse. Sie verbindet Produktions-, Lager und Büroflächen und ist deshalb sehr flexibel, was in diesen Zeiten besonders gefragt ist. „Gewerbeimmobilien müssen heute flexibel einsetzbar sein oder hohe Qualitätsstandards erfüllen, dann werden sie vom Markt auch im Ruhrgebiet nachgefragt“, so Jörg Kemna. Dass die Leerstandsquote bei Bürogebäuden im Ruhrgebiet seit 2024 stabil bei 5,4% liegt, unterstreicht, dass moderner Neubau und Sanierungen vom Markt abgenommen werden.
Der Immobilienmarktbericht Ruhr zeigt dafür wieder Best-Practice-Beispiele aus aktuellen Projekten und Flächen. Neben positiven Konjunkturprognosen setzt Kemna auf Wachstumsimpulse aus dem umgesetzten Bauturbo und auf wachsende Nachfrage in spezialisierten Assetklassen wie Life Science für Gesundheits- und Forschungsthemen. Dafür hat das Ruhrgebiet viele neue Standorte in der Pipeline, wie die regionale Wirtschaftsförderung betont.
