DER BLOG.

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10.5.2021
Gastronomie

GIVE ME FOUR / Krisensichere Gastronomie durch Digitalisierung

Geges­sen und getrun­ken wird immer!“ Die­ser Spruch brach­te jahr­zehn­te­lang die Kri­sen­si­cher­heit der Gas­tro­no­mie zum Aus­druck. Dar­auf konn­ten sich Restau­rants, Cafés, Imbis­se, Bars und Knei­pen ver­las­sen. Bis sie pan­de­mie­be­dingt schlie­ßen muss­ten und ihnen die Ver­dienst­mög­lich­keit weit­ge­hend genom­men wur­de. Aber geges­sen und getrun­ken wird doch immer noch … Ja, aber woanders.

Wenn die Gäs­te nicht ins Lokal kom­men kön­nen, dann muss das Lokal eben zu den Gäs­ten kom­men. Die Fra­ge soll­te heu­te mehr denn je lau­ten: „Wo befin­det sich der Gast?“. Die Gas­tro­no­men müs­sen sich vom strik­ten Stand­ort­ge­dan­ken (Plan A) ver­ab­schie­den. Sie brau­chen auch die Plä­ne B und C und D…

Gas­tro­no­mie war vor der Pan­de­mie noch vor­wie­gend ana­log geprägt. Es gibt einen gro­ßen Nach­hol­be­darf in Sachen Digi­ta­li­sie­rung. Und genau die­se Digi­ta­li­sie­rung eröff­net den Gas­tro­no­men eine kri­sen­si­che­re­re Zukunft und führt Gäs­te und Gas­tro­no­mien wie­der zusam­men. Hier vier erfolg­ver­spre­chen­de Ansätze:

1 Lie­fer- und Abhol­ge­schäft (Deli­very, Pick-up)

Es ist nahe­lie­gend, dass die Spei­sen und Geträn­ke „ein­fach“ dahin gebracht wer­den müs­sen, wo sich die Gäs­te befin­den; zur­zeit meist nach Hau­se, aber nor­ma­ler­wei­se auch an den Arbeits­platz. Aber ist das so ein­fach? Die ein­zi­gen Kos­ten, die ein Gas­tro­nom wäh­rend eines Lock­downs ein­spa­ren kann, sind die der Ser­vice­mit­ar­bei­ter. Will er das Lie­fer­ge­schäft bedie­nen, so muss er die gro­ßen Kos­ten­blö­cke wie Küchen­mit­ar­bei­ter, Waren­ein­satz und Mie­te wei­ter­hin tra­gen. Hin­zu kom­men aber die Kos­ten für die Bestell­platt­form und Aus­lie­fe­rung (inkl. der Verpackungskosten).

Der Markt­füh­rer Lie­fe­r­an­do, der der­zeit außer in weni­gen deut­schen Metro­po­len nahe­zu Mono­po­list ist, dik­tiert hier­bei die Prei­se. Meist sind es 30 % des Umsat­zes, wenn Bestell­platt­form und Aus­lie­fe­rung genutzt wer­den, und 13 %, wenn es nur das Bestell­por­tal ist. Im letz­te­ren Fall kom­men dann aber noch die Deli­very-Kos­ten mit eige­nen Fah­rern dazu, die meist auf­grund der zu gerin­gen Aus­las­tung deut­lich über der Dif­fe­renz von 17 % liegen.

Da für das Lie­fer­ge­schäft aber auch nach 2022 der redu­zier­te Mehr­wert­steu­er­satz gel­ten dürf­te (für Inhouse-Geschäft vor­aus­sicht­lich dann nicht mehr) und dadurch eine grö­ße­re Gewinn­mar­ge ermög­licht, kann sich Deli­very auch in Zukunft noch rech­nen. Opti­mie­rungs­po­ten­zi­al bie­tet natür­lich auch die Abho­lung durch den Gast selbst. Das erspart dem Gas­tro­no­men die Kos­ten für die letz­ten Kilo­me­ter zum Gast, ver­bes­sert damit die Mar­ge und stärkt zusätz­lich noch die per­sön­li­che Bezie­hung. Und, da die Gewinn­mar­ge bei Geträn­ken in der Regel höher ist als bei Spei­sen, ist es sinn­voll, Geträn­ke in Form von Außer-Haus-Menüs zu inte­grie­ren. Dann funk­tio­niert auch wie­der die Mischkalkulation.

2 Web­shop

Auf den ers­ten Blick nicht so nahe­lie­gend wie das Lie­fer- bzw. Abhol­ge­schäft, aber eine mög­li­che, wei­te­re Ein­nah­me­quel­le. Anders als beim o. g. Außer-Haus-Geschäft wer­den die Spei­sen (oder auch Geträn­ke) nicht à la minu­te fer­tig­ge­stellt und direkt aus­ge­lie­fert, son­dern vor­pro­du­ziert und als Paket ver­schickt. Beliebt sind hier­bei schon soge­nann­te Koch­bo­xen, die alle Zuta­ten vor­be­rei­tet (con­ve­ni­ent) lie­fern und sie meist nur noch zuhau­se auf­ge­wärmt wer­den müssen.
Aber es müs­sen kei­ne kom­plet­ten, fer­ti­gen Menüs sein. Das kön­nen auch nur bestimm­te Bestand­tei­le sein, die der Gast aus sei­nem Lieb­lings­lo­kal kennt und lie­ben gelernt hat und sie nun in den eige­nen vier Wän­den zu eige­nen Gerich­ten ver­wen­det. Das kön­nen z. B. Gewürz­mi­schun­gen sein, aber auch Dips, Soßen etc.

Der größ­te Vor­teil des Web­shops ist, dass grö­ße­re Men­gen einer Spei­se zu Zei­ten pro­du­ziert wer­den kön­nen, die ansons­ten in der Küche unpro­duk­tiv sind (z. B. Ruhe­ta­ge, Vor­mit­tags-, Nach­mit­tags­zeit). Der Gas­tro­nom ist mit dem Shop nicht mehr an Öff­nungs­zei­ten – aber dank des Inter­nets – auch nicht mehr an Stand­or­te gebunden.

Die Ein­nah­men aus dem Web­shop wer­den zwar meist kei­ne zwei­stel­li­gen Pro­zent­sät­ze des Umsat­zes aus­ma­chen, aber sie sind inter­es­sant für den Umsatz­mix, der künf­tig nicht mehr nur aus den sta­tio­nä­ren Umsät­zen bestehen sollte.

3 Social Media (Face­book, Instagram)

Natür­lich waren die Sozia­len Medi­en auch schon vor 2020 ein wich­ti­ger Bau­stein im Mar­ke­ting einer Gas­tro­no­mie. Kaum eine Bran­che bie­tet solch ein gro­ßes Poten­zi­al an foto-taug­li­chen und somit „insta­gra­ma­blen“ Pro­duk­ten wie die Gas­tro­no­mie. Hier­für gibt es mit „Food-Porn“ sogar ein tref­fen­des, eige­nes Wort. Und das Bes­te ist, dass die Gäs­te den Ver­trieb der Wer­be­bot­schaft auf ihren eige­nen Face­book- und Insta­gram-Accounts sogar selbst und kos­ten­los über­neh­men. Was will man mehr?

Wäh­rend der Pan­de­mie hat sich die Bedeu­tung von Social Media aber noch­mals deut­lich erhöht. So waren die Posts auf Face­book & Co. doch oft die ein­zi­ge Mög­lich­keit, über die­sen lan­gen Zeit­raum hin­weg über­haupt in Kon­takt mit den Gäs­ten zu blei­ben. Wer im letz­ten Jahr hier beson­ders aktiv war, wur­de mit Ver­ständ­nis, Unter­stüt­zung und sogar neu­en Kun­den belohnt. Um regel­mä­ßig zu pos­ten (min­des­tens zwei­mal pro Woche) ist es sinn­voll, einen Redak­ti­ons­plan zu erstel­len, in dem Inhal­te (Text, Foto) und Zeit­punkt der Ver­öf­fent­li­chung für eini­ge Wochen im Vor­aus fest­ge­legt sind.

4 Gäs­tema­nage­ment

Die Basis, um poten­zi­el­le Gäs­te mit dem Gas­tro­no­mie­an­ge­bot zu errei­chen, sind eine gute Gäs­te­kar­tei. Wobei Kar­tei nicht im Sin­ne von Kar­tei­kar­ten gemeint ist. Unter Berück­sich­ti­gung der Daten­schutz­ver­ord­nung kön­nen die­se „Kar­tei­en“ am Anfang ein­fach in Excel geführt wer­den. Dies macht über die Fil­ter­funk­ti­on den Zugriff auf rele­van­te Gäs­te und somit ziel­ge­rich­te­te Wer­bung ohne Streu­ver­lus­te möglich.

Pro­fes­sio­nel­ler und auch auto­ma­ti­scher kann dies in spä­te­ren Aus­bau­schrit­ten durch ein Reser­vie­rungs­sys­tem gesche­hen, in das die Gäs­te ihre Daten selbst ein­ge­ben. Ide­al ist die Schnitt­stel­len­ver­knüp­fung mit dem Kas­sen­sys­tem. Dadurch erhält der Gas­tro­nom auch Daten zu Prä­fe­ren­zen, Besuchs­häu­fig­keit und dem Gesamt­um­satz pro Gast.

Das ers­te Gebot in der Pan­de­mie ist es, den Kon­takt zum Gast zu hal­ten. Dies kann z. B. mit einem News­let­ter gesche­hen. Aber auch Geburts­tags­grü­ße und Reak­ti­vie­rungs­maß­nah­men wie „Wir ver­mis­sen dich!“ sind nütz­li­che Aktivitäten.

Autor: Ralf Klümper
Klüm­per war bis 2017 selbst zehn Jah­re Gas­tro­nom in Essen. Sei­ne Pra­xis­er­fah­rung ver­mit­telt er seit­dem als Gas­tro­no­mie- und Grün­dungs­be­ra­ter sowie in Gastro­blogs und Fachpublikationen.

26.4.2021
Tipps

GIVE ME FOUR / Die “richtigen” Fotos

Auf die gro­ße Freu­de, in die Pres­se zu kom­men, folgt oft­mals die Sor­ge dar­über, wel­ches Bild man denn nun am bes­ten mit lie­fert. Schließ­lich möch­te man ja auch stolz auf sei­nen Zei­tungs­ar­ti­kel ver­wei­sen können.

Hier kom­men mei­ne 4 Tipps für Pres­se­bil­der, mit denen Sie sich sehen las­sen können:

1 Ach­ten Sie auf die Lichtrichtung!

Sie ken­nen das Licht in Umklei­de­ka­bi­nen? Es kommt immer von oben und ist damit das unchar­man­tes­te Licht über­haupt. Die Augen­höh­len sehen tief und dun­kel aus, jede Fal­te und Uneben­heit wird her­aus model­liert, die Haa­re sehen aus wie ein Besen. Wer will das schon?! Außer­halb von Umklei­de­ka­bi­nen ist die­ses Licht oft in Form von Decken­s­pots zu fin­den. Also stel­len Sie sich nie­mals unter Spots/Deckenleuchten. Gleich ver­hält es sich mit pral­ler Mit­tags­son­ne, die senk­recht von oben vom Him­mel lacht. Wei­ches, fron­ta­les (nicht blen­den­des) Licht ist Trumpf, weil es schmei­chel­haft wirkt.

2 Schen­ken Sie dem Hin­ter­grund Beachtung!

Efeu, das deko­ra­tiv aus dem Kopf wuchert? Kabel­ge­wirr, das aus Ihrem Arm wächst? Bes­ser nicht! Alles, was sich direkt hin­ter Ihnen befin­det, wird so scharf abge­bil­det, wie Sie sel­ber. Also, stö­ren­de Ele­men­te besei­ti­gen oder dazu Abstand gewin­nen, indem Sie sich eini­ge Schrit­te ent­fer­nen. Unschär­fe im Hin­ter­grund lenkt den Blick gezielt auf Sie. Und um Sie geht es ja. Bil­der mit wir­rem Hin­ter­grund kann man even­tu­ell noch durch die Wahl eines ande­ren Aus­schnitts retten.

3 Ver­klei­den Sie sich nicht!

Ori­en­tie­ren Sie sich dar­an, wie Sie einem Kun­den gegen­über ste­hen würden.
Tra­gen Sie Sak­ko und Hemd, dann machen Sie das auch auf dem Bild.
Sind Sie eher der lege­re Typ, den die Kun­den nicht ande­res ken­nen als mit Shirt und Jeans, dann blei­ben Sie sich treu. Das gilt übri­gens auch für das rest­li­che Sty­ling. Wie­der­erken­nungs­wert ist das Zauberwort!

Sehen Sie sich vor­han­de­ne Bil­der an und wäh­len Sie ein Bild, auf dem Sie SICH sehen.

4 Der Bezug zu Ihrer Tätigkeit

Das ist sozu­sa­gen das Sah­ne­häub­chen. Foto­gra­fen ver­su­chen auf Pres­se­fo­tos immer die­sen Bezug her­zu­stel­len. Schau­en Sie mal, ob Sie ein Bild von sich bei der Arbeit haben, eines mit Arbeits­uten­si­li­en oder in Ihren Ver­kaufs­räum­lich­kei­ten. Selbst wenn nicht, sind Sie, sofern Sie die ers­ten 3 Punk­ten beher­zi­gen, schon auf dem rich­ti­gen Weg.

Autorin: Bir­git Sei­del, Fotografin

12.4.2021
Genehmigungen

GIVE ME FOUR / Genehmigungspflicht von Werbeanlagen an der Betriebsstätte

1 Recht­li­che Voraussetzungen

Für den Erfolg eines Unter­neh­mens ist es u. a. erfor­der­lich, dass das Unter­neh­men an sei­ner Betriebs­stät­te auf sich und sei­ne Leis­tung / Tätig­keit in geeig­ne­ter Wei­se hin­weist. Dies geschieht meist durch so genann­te Wer­be­an­la­gen. § 10 BauO NRW bestimmt in Zif­fer 1: Anla­gen der Außen­wer­bung (Wer­be­an­la­gen) sind alle orts­fes­ten Ein­rich­tun­gen, die der Ankün­di­gung oder Anprei­sung oder als Hin­weis auf Gewer­be oder Beruf die­nen und vom öffent­li­chen Ver­kehrs­raum aus sicht­bar sind. Hier­zu zäh­len ins­be­son­de­re Schil­der, Beschrif­tun­gen, Bema­lun­gen, Licht­wer­bun­gen, Schau­käs­ten sowie für Zet­tel­an­schlä­ge und Bogen­an­schlä­ge oder für Licht­wer­bung bestimm­te Säu­len, Tafeln und Flächen.

Als „orts­fest“ gel­ten Ein­rich­tun­gen, die an einer bau­li­chen Anla­ge befes­tigt und mit die­ser nicht nur vor­über­ge­hend ver­bun­den sind. Ob die Anla­ge an einer Immo­bi­lie oder davor fest im Boden ver­an­kert ange­bracht wird, spielt kei­ne Rol­le. In jedem Fall müs­sen die Vor­ga­ben des Bau- und Pla­nungs­rechts, des Stra­ßen­ver­kehrs­rechts, des Umwelt­schutz­rechts und ggf. des Denk­mal­schutz­rechts beach­tet wer­den. Zum öffent­li­chen Ver­kehrs­raum zäh­len nicht nur Stra­ßen und Plät­ze, son­dern auch Grün­flä­chen und Grün­an­la­gen und even­tu­ell auch Park­plät­ze von Super­märk­ten, wenn sie von der Öffent­lich­keit genutzt werden.

2 Geneh­mi­gungs­pflicht bei Errich­tung und Veränderung

Nicht nur die Errich­tung der­ar­ti­ger Anla­gen, son­dern auch die Ände­rung bezüg­lich Far­be, Form oder Beschrif­tung oder die Nut­zungs­än­de­rung von bereits exis­tie­ren­den Wer­be­an­la­gen sind grund­sätz­lich geneh­mi­gungs­be­dürf­tig. Aller­dings macht die Lan­des­bau­ord­nung in § 62 Abs. 1 Nr. 12 BauO NRW eini­ge Aus­nah­men von der Geneh­mi­gungs­be­dürf­tig­keit. So bedarf die Anbrin­gung oder Errich­tung von ein­zel­nen Wer­be­an­la­gen, deren Flä­che klei­ner als 1 qm ist, kei­ner Geneh­mi­gung. Dabei wer­den meh­re­re Wer­be­an­la­gen, die man aus einem Blick­win­kel sehen kann, zu einer Gesamt­flä­che addiert. Auch zäh­len Deko­ra­tio­nen und Aus­la­gen in Schau­fens­tern nicht zu den Wer­be­an­la­gen. Für durch Bebau­ungs­plan fest­ge­setz­te Gewer­be- und Indus­trie­ge­bie­te kann die Geneh­mi­gungs­pflicht entfallen.

3 Gebüh­ren und Kosten

Für die Geneh­mi­gung von Wer­be­an­la­gen fal­len Gebüh­ren an. Die­se betra­gen 10 Pro­zent der Her­stel­lungs­kos­ten, wobei die Her­stel­lungs­kos­ten auf vol­le 500,00 Euro auf­ge­run­det wer­den. Min­des­tens betra­gen die Gebüh­ren 100,00 Euro. Soll­ten nicht geneh­mig­te Anla­gen errich­tet wer­den oder bereits geneh­mig­te Anla­gen ohne Geneh­mi­gung ver­än­dert wer­den, fal­len die drei­fa­chen Gebüh­ren an. Ggf. kann eine Besei­ti­gungs- oder Abriss­ver­fü­gung erfol­gen oder ein Buß­geld nach § 86 (1) Nr. 13 BauO NRW fest­ge­setzt werden.

4 Antrags­vor­dru­cke und Beratung

Die für Geneh­mi­gun­gen gesetz­lich vor­ge­schrie­be­nen Antrags­vor­dru­cke kön­nen im Inter­net auf dem Ser­vice­por­tal der Stadt Ober­hau­sen unter www​.ober​hau​sen​.de her­un­ter­ge­la­den wer­den. Aus den Vor­dru­cken ergibt sich, wel­che wei­te­ren Unter­la­gen (z. B. Flur­kar­te, Bil­der, Zeich­nun­gen, Kos­ten­nach­weis) ein­zu­rei­chen sind. Wegen der Coro­na­schutz­re­geln kön­nen die Vor­dru­cke zur­zeit nicht per­sön­lich im Tech­ni­schen Rat­haus der Stadt Ober­hau­sen abge­holt werden.

4 Tipps

1 Der Fach­be­reich 5-3-10 / Bau­tech­nik im Tech­ni­schen Rat­haus der Stadt Ober­hau­sen berät – zur­zeit nur tele­fo­nisch – zu Fra­gen der gene­rel­len Geneh­mi­gungs­fä­hig­keit von Wer­be­an­la­gen von mon­tags bis frei­tags von 8:30 Uhr – 12:00 Uhr unter Tel. 825-3572.

Da es vie­le Bebau­ungs­plä­ne in Ober­hau­sen gibt, ist es sinn­voll, auch die Pla­nungs­be­ra­tung (Fach­be­reich 5-1-10) zu kon­tak­tie­ren. Die­se ist zur­zeit eben­falls nur tele­fo­nisch mon­tags und mitt­wochs von 8:30 Uhr – 11:30 Uhr und mitt­wochs von 13:30 Uhr – 15:30 Uhr unter Tel. 825-2309 oder 825-2508 erreich­bar. Aktu­el­le Coro­na­schutz­re­geln beachten!

2 Die Bear­bei­tung eines Antrags kann eini­ge Wochen in Anspruch neh­men. Dies soll­te vor der Errich­tung einer Wer­be­an­la­ge bedacht werden.

3 Soll die Wer­be­an­la­ge an einer gepach­te­ten oder gemie­te­ten Immo­bi­lie ange­bracht wer­den, ist selbst­ver­ständ­lich die Geneh­mi­gung des Eigen­tü­mers not­wen­dig. Dies soll­te beim Abschluss des Miet- oder Pacht­ver­tra­ges gere­gelt sein.

4 Bei der inhalt­li­chen Gestal­tung der Wer­be­an­la­ge sind berufs­stän­di­sche und wer­be­recht­li­che Anfor­de­run­gen zu beach­ten. Die Wer­be­an­la­ge darf nicht ver­un­stal­tend sein und es darf kei­ne stö­ren­de Häu­fung vorliegen.

Autor: Franz-Josef M. Muckel

29.3.2021
FÖRDERPROGRAMM

GIVE ME FOUR / Gründungszuschuss

Vie­le Grün­der stre­ben ihre Selbst­stän­dig­keit aus dem Bezug von Arbeits­lo­sen­geld I an. Dabei ist der Grün­dungs­zu­schuss, mit dem die Agen­tur für Arbeit die Grün­dung unter­stüt­zen kann, ein wich­ti­ges För­der­instru­ment, um den Jung­un­ter­neh­mern in der Start­pha­se finan­zi­ell zu erleich­tern, ihr Unter­neh­men auf­zu­bau­en und ers­te Kun­den zu akquirieren.

Der Grün­dungs­zu­schuss ist eine Form des „Über­brü­ckungs­gelds“ für die ers­ten sechs Mona­te einer haupt­be­ruf­li­chen Selbst­stän­dig­keit bei Grün­dung aus dem Bezug von Arbeits­lo­sen­geld I. Der Grün­dungs­zu­schuss ist in der Höhe iden­tisch mit dem indi­vi­du­el­len Arbeits­lo­sen­geld I zuzüg­lich einer Pau­scha­le von 300 Euro pro Monat für die Absi­che­rung in den gesetz­li­chen Sozi­al­ver­si­che­run­gen. Soll­te nach sechs Mona­ten eine wei­te­re Unter­stüt­zung not­wen­dig sein, kann man für eine zwei­te Pha­se von neun Mona­ten nur die monat­li­chen 300 Euro bean­tra­gen. Der Grün­dungs­zu­schuss muss unab­hän­gig von den Ein­nah­men aus selbst­stän­di­ger Tätig­keit nicht zurück­ge­zahlt wer­den. Als zusätz­li­che Absi­che­rung dient die Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung für Selbst­stän­di­ge, die inner­halb von drei Mona­ten nach der Grün­dung bean­tragt wer­den muss.

Wie bean­tra­ge ich erfolg­reich den Gründungszuschuss?

Vor­aus­set­zun­gen

1  Ein Rest­an­spruch auf Arbeits­lo­sen­geld von min­des­tens 150 Tagen.
2  Ein trag­fä­hi­ges Geschäfts­kon­zept, aus dem die per­sön­li­che und fach­li­che Eig­nung hervorgeht.
3  Eine Trag­fä­hig­keits­be­schei­ni­gung auf der Basis des Businessplans.
4  Der Grün­dungs­zu­schuss ist kei­ne Pflicht­leis­tung, son­dern eine Ermes­sens­ent­schei­dung der Arbeitsagentur.

Antrags­un­ter­la­gen

Der Antrag muss zunächst beim Arbeits­ver­mitt­ler form­los gestellt und anschlie­ßend mit dem Vor­druck der Arbeits­agen­tur begrün­det werden.
2  Ein Busi­ness­plan mit einer umfas­sen­den Finanz­pla­nung über min­des­tens drei Jah­re und Lebens­lauf des Gründers.
3  Eine fach­kun­di­ge Stel­lung­nah­me z. B. vom Star­ter­cen­ter, Wirtschaftsförderung/IHK/HWK.
4  Ein Gewer­be­schein bzw. bei Frei­be­ruf­li­chen eine Anzei­ge beim Finanzamt.

Gut zu wissen

Um sich auf die Selbst­stän­dig­keit vor­zu­be­rei­ten, gibt es ver­schie­de­ne Semi­nar- und Bera­tungs­an­ge­bo­te. Bezie­her von Arbeits­lo­sen­geld kön­nen von ihrer Arbeits­ver­mitt­le­rin bzw. ihrem Arbeits­ver­mitt­ler einen Gut­schein (AVGS = Akti­vie­rungs- und Ver­mitt­lungs­gut­schein) für Exis­tenz­grün­der erhal­ten, der ein indi­vi­du­el­les Coa­ching zur Vor­be­rei­tung auf eine selbst­stän­di­ge Tätig­keit bei einem zer­ti­fi­zier­ten Wei­ter­bil­dungs­in­sti­tut finanziert.

Autor: Peter M. Urselmann

Mar­tin Hinzmann
Ober­hau­se­ner Wirt­schafts- und Tou­ris­mus­för­de­rung GmbH
Lei­ter Unternehmensservice
Tel.: 0208 85036-28
martin.​hinzmann@​owtgmbh.​de
www​.owtgmbh​.de

15.3.2021
MARKETING / VERTRIEB

GIVE ME FOUR / “Google My Business”

Mit Hil­fe von “Goog­le My Busi­ness” kön­nen Unter­neh­men im Netz leich­ter und bes­ser gefun­den wer­den. Das kos­ten­freie Unter­neh­mens­pro­fil lässt sich in weni­gen Schrit­ten bei Goog­le anle­gen und ver­schafft dem inter­es­sier­ten Kun­den in der Unter­neh­mens-Umge­bung einen Ein­druck vom jewei­li­gen Betrieb.

Hier sind vier Tipps, mit denen sich Unter­neh­men gegen­über dem Wett­be­wer­ber abhe­ben können:

1 Ver­wen­den Sie gute Bilder
Sie ken­nen den Aus­spruch: Bil­der sagen mehr als tau­send Wor­te. Nut­zen Sie daher aus­drucks­star­ke Fotos (wenn mög­lich, kei­ne Stock­bil­der!), um einen rea­lis­ti­schen Ein­druck von Ihrem Betrieb zu geben. Die Ein­bin­dung von Mit­ar­bei­tern und/oder Inha­bern wirkt dabei beson­ders authen­tisch. (die schrift­li­che Ein­wil­li­gung der Per­so­nen nicht vergessen).

2 Reagie­ren Sie auf Bewertungen
Egal ob posi­tiv oder nega­tiv: Wenn sich ein Kun­de zu Ihrem Betrieb äußert, neh­men Sie hier­zu in jedem Fall Stel­lung. Sei es mit einem kur­zen Dank für die Rezen­si­on oder mit einer adäqua­ten wie pro­fes­sio­nel­len Reak­ti­on auf (ver­meint­li­che) Kri­tik. Ver­su­chen Sie Letz­te­re ins Posi­ti­ve umzu­keh­ren, indem Sie auf die genann­ten Punk­te ein­ge­hen und Lösungs­mög­lich­kei­ten auf­zei­gen bzw. Irri­ta­tio­nen auflösen.

3 Pfle­gen Sie Ihre Stammdaten
Ihr Unter­neh­mens­na­me hat sich geän­dert, Sie sind ein Laden­lo­kal wei­ter­ge­zo­gen oder die Öff­nungs­zei­ten wur­den geän­dert? Nichts ist ärger­li­cher, als wenn ein Kun­de Sie ent­we­der nicht fin­det oder nicht erreicht. Des­halb sind das die Infor­ma­tio­nen, die immer aktu­ell gehal­ten wer­den müs­sen. Das gilt auch für die Web­site und die Öff­nungs­zei­ten in Ihrem Eintrag.

4 Nut­zen Sie mög­lichst alle Funktionen
Der My-Busi­ness-Ein­trag bie­tet neben der Pfle­ge der Stamm­da­ten auch die Mög­lich­keit, Unter­neh­mens­ka­te­go­rien fest­zu­le­gen, eine kur­ze Unter­neh­mens­be­schrei­bung ein­zu­tra­gen und Pro­duk­te anzu­zei­gen. Ver­su­chen Sie, die gan­ze Band­brei­te zu nut­zen, um die Ein­zig­ar­tig­keit Ihres Unter­neh­mens (den soge­nann­ten USP) herauszustellen.

// Noch Fra­gen? Sie suchen  jeman­den, der Ihnen bei SEO, Social Media Mar­ke­ting etc. hilft oder Sie sind an einem Work­shop zu dem The­ma inter­es­siert? Wir ken­nen vie­le Ansprech­part­ner, pas­sen­de För­der­pro­gram­me und haben ggf. auch wei­te­re Unter­stüt­zungs­mög­lich­kei­ten für Sie. Ein­fach mit uns in Kon­takt treten.

Autor: Mar­tin Hinzmann

Lucas Hei­nen
Einer der drei Grün­der der Uhren­mar­ke POTTWATCH
info@​pottwatch.​ruhr
www​.pott​watch​.ruhr

// Ende 2017 kam die Idee zu POTTWATCH – eine Kom­bi­na­ti­on aus Wirt­schaft, Hand­werk und Heimatliebe. //

1.3.2021
FINANZIERUNG

GIVE ME FOUR / Crowdfunding

Eine mög­li­che Art der Finan­zie­rung für ein Start-up Unternehmen

Bei Start-ups und ande­ren kapi­tal­be­dürf­ti­gen Pro­jek­ten wird die Finan­zie­rungs­me­tho­de Crowd­fun­ding immer belieb­ter, doch was steckt eigent­lich dahin­ter? Das Wort setzt sich aus den Begrif­fen Crowd (dt. Men­schen­men­ge) und Fun­ding (dt. Finan­zie­rung) zusam­men. Vie­le Unter­stüt­zer finan­zie­ren also ein Pro­jekt, um des­sen Umset­zung über­haupt erst zu ermög­li­chen. Die Initia­to­ren set­zen meist ein Finan­zie­rungs­ziel fest. Kommt die benö­tig­te Sum­me zur Ziel­er­rei­chung nicht zusam­men, wird den Unter­stüt­zern das Geld zurückgezahlt.

Ein erfolg­rei­ches Pro­jekt in Ober­hau­sen star­te­ten die Grün­der von POTTWATCH.
Dami­an, Jason und Lucas grün­de­ten im Mai 2018 eine Uhren­mar­ke für das Ruhr­ge­biet. Die Zeit­mes­ser wer­den mit ech­ter Stein­koh­le aus der Zeche Pro­sper Hani­el ver­edelt. Um die Her­stel­lung zu finan­zie­ren, star­te­ten sie im Juli 2019 eine Crowd­fun­ding-Kam­pa­gne. Die ers­te Edi­ti­on der POTTWATCH (Gru­ben­licht 5.1) konn­te über die Kam­pa­gne bei der Platt­form Start­next bis Ende August 2019 reser­viert wer­den. Die Aus­lie­fe­rung war für November/Dezember 2019 geplant. Die in der Kam­pa­gne ange­bo­te­ne Edi­ti­on Gru­ben­licht 5.1 war auf 510 Exem­pla­re limi­tiert und bereits sechs Tage vor Ende der Kam­pa­gne aus­ver­kauft. Ergeb­nis: 617 % Ziel­er­rei­chung – ein vol­ler Erfolg.

Das jun­ge Start-up nahm den Schwung mit und star­te­te im Janu­ar 2020 mit dem Ver­kauf der zwei­ten Edi­ti­on „Hei­mat­er­de“ über ihre eige­ne Web­site und wei­te­re Han­dels­part­ner, z.B. im Cen­tro Ober­hau­sen in der dor­ti­gen Tou­rist Infor­ma­ti­on und beim Welt­kul­tur­er­be Zeche Zoll­ver­ein in Essen. Den Erfolg erklär­ten sich die drei Grün­der mit der guten Vor­be­rei­tung. Mit einem auf­schluss­rei­chen Video, bei dem sie ihr Vor­ha­ben aus­führ­lich erklär­ten, bau­ten sie Ver­trau­en auf und lie­ßen die poten­zi­el­len Unter­stüt­zer an der Grün­dungs­ge­schich­te teil­ha­ben. Par­al­lel wur­de die PR-Kam­pa­gne ange­scho­ben – es erschie­nen Arti­kel im Oh!-Stadtmagazin, der WAZ und der Bild-Zei­tung. Außer­dem führ­ten die jun­gen Unter­neh­mer in der Zeit eine Rei­he von Inter­views mit ver­schie­de­nen Start-up-Maga­zi­nen. So konn­ten kon­stant wei­te­re Unter­stüt­zer gewon­nen werden.

Und Pott­watch macht wei­ter: Im Früh­jahr 2021 star­tet das jun­ge Unter­neh­men eine wei­te­re Crowd­fun­ding-Kam­pa­gne, denn die neue Uhren-Kol­lek­ti­on soll im Som­mer erschei­nen. Neben der Kapi­tal­be­schaf­fung geht es dann aber beson­ders auch um den Kampf gegen den Klimawandel.

Crowd­fun­ding kann unter­schied­li­che For­men anneh­men. Über eine Kam­pa­gne kön­nen bei­spiels­wei­se ein­fach freie Spen­den gesam­melt oder mit rich­ti­gen Pro­duk­ten ein Gegen­wert geschaf­fen wer­den. Die Finan­zie­rungs­me­tho­de lässt sich außer­dem bei unter­schied­li­chen Platt­for­men rea­li­sie­ren. Start­next ist eher eine Platt­form für deut­sche Pro­jek­te (die Kick­star­ter Platt­form eher für inter­na­tio­na­le Pro­jek­te) und stellt den Pro­jekt­ver­ant­wort­li­chen ganz spe­zi­fi­sche Kernfragen:

1   Wor­um geht es in dem Pro­jekt? Was sind die Zie­le und wer ist die Zielgruppe?

2   War­um soll­te jemand die­ses Pro­jekt unterstützen?

3   Was pas­siert mit dem Geld bei erfolg­rei­cher Finanzierung?

4  Wer steht hin­ter dem Projekt?

Neu – NRWMicroCrowd
Mit die­sem Pro­gramm wer­den Pro­jek­te von Existenzgründer*innen und jun­gen Unter­neh­men unter­stützt, die sich zu min­des­tens 20 Pro­zent durch Crowd­fun­ding finan­zie­ren. Geför­dert wer­den maxi­mal 80 Pro­zent der Vor­ha­ben­kos­ten bis zu einem Höchst­be­trag von 50.000 Euro. Für die­ses Pro­gramm arbei­tet die NRW​.BANK mit Start­next zusammen.

Autor: Lucas Heinen

Mei­ke Ströhmer
Geschäfts­stel­len­lei­te­rin WbI/.garage dortmund
stroehmer@​weiterbildungsinstitut.​de

20.2.2021
FÖRDERMITTEL

GIVE ME FOUR / Corona Hilfen

1 Wel­che Über­brü­ckungs­hil­fen kön­nen ab Janu­ar 2021 bean­tragt werden?

Seit Janu­ar 2021 gibt es das Über­brü­ckungs­geld III. Anders als bei der sog. Novem­ber­hil­fe gilt das Über­brü­ckungs­geld III für alle Unter­neh­men, Solo­selbst­stän­di­ge sowie Freiberufler*innen, die von den bun­des­wei­ten Schlie­ßun­gen ab 16. Dezem­ber 2020 direkt oder indi­rekt betrof­fen waren und im Dezem­ber 2020 einen Umsatz­ein­bruch von min­des­tens 30 % im Ver­gleich zum Dezem­ber 2019 erlit­ten haben. Aber auch Unter­neh­men, die in dem Monat der Schlie­ßungs­an­ord­nun­gen mehr als 40 % Umsatz­rück­gang im Ver­gleich zum ent­spre­chen­den Monat des Jah­res 2019 erlit­ten haben, kön­nen Anträ­ge stellen.

Der Maxi­mal­hö­he des Über­brü­ckungs­geld III pro Monat beträgt für direkt und indi­rekt von den Schlie­ßun­gen betrof­fe­ne Unter­neh­men 500.000 Euro pro Monat der Schlie­ßung. Alle ande­ren Unter­neh­men kön­nen bis zu 200.000 Euro im Monat erhal­ten. Geför­dert wer­den Fix­kos­ten, wie Mie­ten und Pach­ten, Finan­zie­rungs­kos­ten und ähn­li­che Kos­ten, die nicht umsatz­ab­hän­gig sind, Auf­wen­dun­gen für Per­so­nal, das Kurz­ar­beit nicht nut­zen kann, Moder­ni­sie­rungs-, Reno­vie­rungs- und Umbau­maß­nah­men zur Umset­zung von Hygie­nekon­zep­ten bis zu 20.000 Euro, Abschrei­bun­gen von Wirt­schafts­gü­tern bis zu 50 %, Mar­ke­ting- und Wer­be­kos­ten (maxi­mal in Höhe der ent­spre­chen­den Aus­ga­ben im Jahr 2019).
Nähe­re Erläu­te­run­gen fin­den Sie hier: www​.ueber​bru​eckungs​hil​fe​-unter​neh​men​.de. Die Zuschüs­se müs­sen nicht zurück­ge­zahlt wer­den. Die Höhe der för­der­fä­hi­gen Fix­kos­ten steht in Abhän­gig­keit des Umsatz­rück­gan­ges und liegt zwi­schen 40 % und 90 %.

Die Antrag­stel­lung muss elek­tro­nisch durch Steuerberater*innen, Wirtschaftsprüfer*innen, ver­ei­dig­te Buchprüfer*innen oder Rechtsanwält*innen über die Über­brü­ckungs­hil­fe-Platt­form erfol­gen. Erfreu­lich ist, dass seit Janu­ar 2021 Solo­selbst­stän­di­ge bis zu einem Betrag von 5.000 Euro unter Nut­zung ihres von der Steu­er­erklä­rung bekann­ten ELS­TER-Zer­ti­fi­kats direkt, also ohne Beauf­tra­gung zum Bei­spiel einer Steu­er­be­ra­te­rin oder eines Steu­er­be­ra­ters, Anträ­ge stel­len können.

Bit­te beach­ten Sie, dass der Antrag bis 31. März 2021 gestellt wer­den muss. Erfreu­lich ist, dass auch für das Über­brü­ckungs­geld II (sog. Novem­ber­hil­fe) die Antrags­frist bis 31. März 2021 ver­län­gert wor­den ist.

2 Wel­che coro­nabe­ding­ten steu­er­li­chen Hil­fen kann ich 2021 in Anspruch nehmen?

Zunächst gibt es gute Nach­rich­ten für all die­je­ni­gen, die ihre Steu­er­erklä­rung für das Kalen­der­jahr 2019 noch nicht ganz erstellt haben. Vor­aus­set­zung ist aller­dings, dass Sie die Jah­res­er­klä­run­gen durch einen Steu­er­be­ra­ter erstel­len las­sen. Dann soll sich die Abga­be­frist vor­aus­sicht­lich bis zum 31.08.2021 verlängern.

Auch in die­sem Jahr kön­nen Sie wie­der Stun­dun­gen der bereits fäl­li­gen Steu­ern im Rah­men eines ver­ein­fach­ten Ver­fah­rens bei Ihrem Finanz­amt stel­len, wenn Sie erheb­lich nega­tiv durch Coro­na wirt­schaft­lich belas­tet sind. Ver­ges­sen Sie nicht die Anschluss­stun­dung der bereits im letz­ten Jahr bean­trag­ten Stun­dun­gen. Letz­te Frist für die ver­ein­fach­ten Stun­dungs­an­trä­ge ist 31. März 2021. Die Stun­dun­gen lau­fen dann zins­los bis zum 30. Juni 2021. Raten­zah­lungs­ver­ein­ba­run­gen lau­fen sogar zins­los bis 31. Dezem­ber 2021.
Falls Sie durch die Schlie­ßungs­an­ord­nun­gen Wert­ver­lus­te von Waren und ande­ren Wirt­schafts­gü­tern erlit­ten haben, wer­den Teil­wert­ab­schrei­bun­gen unbü­ro­kra­tisch und schnell mög­lich gemacht. Die inven­ta­ri­sie­ren­den Güter kön­nen aus­ge­bucht wer­den. Sie kön­nen so Ihre Ver­lus­te unmit­tel­bar ver­rech­nen und steu­er­min­dernd ansetzen.

3 Was ver­birgt sich hin­ter der „Neu­start­hil­fe für Soloselbstständige“?

Solo­selbst­stän­di­ge, ins­be­son­de­re Künst­le­rin­nen und Künst­ler sowie Kul­tur­schaf­fen­de, erhal­ten ab Janu­ar 2021 eine ein­ma­li­ge Betriebs­kos­ten­pau­scha­le von bis zu 7.500 Euro für den Zeit­raum bis Ende Juni 2021 als steu­er­ba­ren Zuschuss. Das Pro­blem vie­ler Solo­selbst­stän­di­gen war bis­lang, dass sie kaum betrieb­li­che regel­mä­ßi­ge Fix­kos­ten hat­ten. Daher wird jetzt die bis­he­ri­ge Erstat­tung von Fix­kos­ten ergänzt um eine ein­ma­li­ge Betriebs­kos­ten­pau­scha­le, die sog. Neu­start­hil­fe. Solo­selbst­stän­di­ge kön­nen ein­ma­lig 25 % des Umsat­zes des ent­spre­chen­den Vor­kri­sen­zeit­raums 2019 erhal­ten. Die Neu­start­hil­fe muss nicht zurück­ge­zahlt wer­den. Soll­ten Sie Leis­tun­gen des Job­cen­ters erhal­ten, wird die Neu­start­hil­fe auf­grund ihrer Zweck­bin­dung nicht angerechnet.
Vor­aus­set­zung ist, dass Sie in der Ver­gan­gen­heit min­des­tens 51 % aus selbst­stän­di­ger Tätig­keit erzielt haben. Fer­ner muss Ihr Umsatz wäh­rend der sie­ben­mo­na­ti­gen Lauf­zeit Dezem­ber 2020 bis Juni 2021 im Ver­gleich zu einem sie­ben­mo­na­ti­gen Refe­renz­um­satz (durch­schnitt­li­cher Umsatz 2019) um mehr als 50 % zurück­ge­gan­gen sein.

Der Zuschuss beträgt ein­ma­lig 25 % des sie­ben­mo­na­ti­gen Refe­renz­um­sat­zes, maxi­mal aber 7.500 Euro. Er wird als Vor­schuss ab Janu­ar 2021 aus­ge­zahlt. Bit­te beach­ten Sie, dass es daher zu einer even­tu­el­len Rück­zah­lung kom­men könn­te, falls Ihre Umsät­ze wie­der stei­gen soll­ten. Auch hier gilt, dass der Antrag bis 31. März 2021 gestellt wer­den muss.

4 Wel­che Kre­di­te sind 2021 für Unter­neh­men in der Coro­na­kri­se interessant?

Unter­neh­men mit bis zu 10 Beschäf­tig­ten soll­ten sich bei Ihrer Haus­bank über den kfw-Schnell­kre­dit infor­mie­ren. Sie kön­nen bis zu 300.000 Euro erhal­ten. Ihr Umsatz im Jahr 2019 ist hier­bei natür­lich ent­schei­dend. Erfreu­lich ist, dass eine Kre­dit­ri­si­ko­prü­fung nicht statt­fin­det, weil der Bund das voll­stän­di­ge Risi­ko für Sie über­nimmt und Ihre Haus­bank kom­plett von der Haf­tung freistellt.

Bit­te beach­ten Sie:
Die­se Aus­füh­run­gen sind nach den gel­ten­den Rege­lun­gen vom 20.2.2021 ver­fasst. Die Rah­men­be­din­gun­gen kön­nen sich kurz­fris­tig ändern, so dass ggf. aktu­el­le­re Aus­füh­run­gen zu einem spä­te­ren Zeit­punkt gelten.

Autorin: Mei­ke Ströhmer

Infor­ma­tio­nen:
Heinz Wisnitzer
Bera­ter der Ober­hau­se­ner Wirt­schafts- und Tou­ris­mus­för­de­rung GmbH
Tel: 0208 85036-13
heinz.​wisnitzer@​owtgmbh.​de

San­dra Rotheuler
Bera­te­rin Wei­ter­bil­dungs­in­sti­tut WbI
Tel: 0208 3771060
rotheuler@​weiterbildungsinstitut.​de

1.2.2021
FÖRDERMITTEL

GIVE ME FOUR / Bildungsscheck NRW

1 Was ist ein Bildungsscheck?
Das Minis­te­ri­um für Arbeit, Gesund­heit und Sozia­les NRW för­dert die beruf­li­che Wei­ter­bil­dung mit finan­zi­el­ler Unter­stüt­zung. Jede ein­zel­ne Fort­bil­dung kann mit bis zu 500 Euro bezu­schusst wer­den. Das Ziel des Bil­dungs­schecks ist die Unter­stüt­zung von Per­so­nen die ihre Beschäf­ti­gungs­fä­hig­keit durch stän­di­ges Ler­nen ver­bes­sern und Unter­neh­men durch gut qua­li­fi­zier­te Beschäf­tig­te zu stär­ken. Kurz gesagt: Die Men­schen fit für die Arbeits­welt der Zukunft zu machen.

2 Wer bekommt einen Bildungsscheck?
//Einzelpersonen im soge­nann­ten „indi­vi­du­el­len Zugang“
Ein indi­vi­du­el­ler beruf­li­cher Zusam­men­hang ist aus­schlag­ge­bend, d.h. die beruf­li­che Ver­wert­bar­keit der Wei­ter­bil­dung für die aktu­el­le oder die zukünf­ti­ge Tätig­keit muss gege­ben sein. Alle wei­te­ren Ange­bo­te wie sport­li­che oder künst­le­ri­sche Betä­ti­gung wer­den in der Regel nicht gefördert.
Wei­te­re Vor­aus­set­zun­gen sind: der Wohn­sitz des Bil­dungs­scheck­emp­fän­gers muss in NRW sein, jede Per­son kann pro Jahr einen Bil­dungs­scheck erhal­ten und Ein­kom­mens­gren­zen sind zu beachten.
//Unternehmen (Beschäf­tig­te) erhal­ten einen „betrieb­li­chen Bildungsscheck“
Unter­neh­men die ihren Beschäf­tig­ten eine beruf­li­che Wei­ter­bil­dung ermög­li­chen erhal­ten finan­zi­el­le Unter­stüt­zung bei den Aus­ga­ben. Aus­ge­schlos­sen von der Kos­ten­über­nah­me sind Fort­bil­dun­gen die per gesetz­li­cher Ver­pflich­tung vom Arbeit­ge­ber über­nom­men wer­den müssen.
Vor­aus­set­zung: Sitz oder Betriebs­stät­te des Unter­neh­mens muss NRW sein und das Unter­neh­men muss weni­ger als 250 Beschäf­tig­te haben. Pro Kalen­der­jahr kann ein Unter­neh­men bis zu zehn Bil­dungs­schecks bean­tra­gen, jedoch nur einen pro Mitarbeiter.

3 Für wel­che Weiterbildung?
Ange­bo­te, die fach­über­grei­fen­de Kom­pe­ten­zen zur Anwen­dung brin­gen. Zum Beispiel:
Kur­se für den Abschuss eines Fort­bil­dungs­be­ru­fes, zur Erlan­gung beruf­li­cher Sach­kun­de, für metho­di­sche Kom­pe­ten­zen oder das Nach­ho­len von Berufsabschlüssen.
Die­se Auf­zäh­lung ent­hält ledig­lich eini­ge Bei­spie­le, im Ein­zel­fall soll­te das geplan­te Vor­ha­ben mit der Bera­tungs­stel­le für den Bil­dungs­scheck abge­stimmt wer­den. Auch ist zu klä­ren ob der Wei­ter­bil­dungs­trä­ger den Bil­dungs­scheck akzeptiert.

4 Wie erfolgt die Antragstellung?
In ganz NRW gibt es auto­ri­sier­te Bera­tungs­stel­len, die in einem per­sön­li­chen Gespräch den Bil­dungs­scheck aus­ge­ben. Zwin­gend ist die­se Aus­ga­be vor Beginn der Wei­ter­bil­dung, eine Kurs­an­mel­dung ist vor­zei­tig mög­lich. Der Scheck muss einen Tag vor dem Start vorliegen.

Autor: Heinz Wisnitzer

Heinz Wis­nit­zer
Bera­ter der Ober­hau­se­ner Wirt­schafts- und Tou­ris­mus­för­de­rung GmbH
heinz.​wisnitzer@​owtgmbh.​de

11.1.2021
FÖRDERMITTEL

GIVE ME FOUR / Gründerstipendium NRW

Das Gründerstipendium.NRW soll Grün­dern inno­va­ti­ver Unter­neh­men hel­fen, ihren Lebens­un­ter­halt wäh­rend der Start­pha­se zu sichern und dabei gleich­zei­tig ihr Busi­ness im Markt vor­an­zu­brin­gen. Die Sti­pen­dia­ten erhal­ten  1.000 Euro pro Monat an För­de­rung vom Land Nord­rhein-West­fa­len (NRW) für ins­ge­samt ein Jahr.

Inno­va­ti­ve” Unter­neh­men ent­wi­ckeln Pro­duk­te oder Ver­fah­ren, die den Stand der heu­ti­gen Tech­nik wesent­lich ver­bes­sern, oder eine neue Dienst­leis­tung, die ein Allein­stel­lungs­merk­mal auf einem min­des­tens regio­na­len Markt erwar­ten lässt.

Die Antrag­stel­ler sind natür­li­che Per­so­nen, die min­des­tens 18 Jah­re alt sind und ihren Wohn­sitz in NRW haben. Zum Zeit­punkt der Antrag­stel­lung sind die­se ent­we­der noch nicht selb­stän­dig oder haben ein Unter­neh­men gegrün­det, das nicht län­ger als ein Jahr besteht.

Vor­aus­set­zung für die För­de­rung ist eine schrift­li­che Emp­feh­lung einer Jury, die einem akkre­di­tier­ten Grün­dungs­netz­werk angehört.

Um an einer Jury­sit­zung teil­zu­neh­men, müs­sen die Antrag­stel­ler ein Ideen­pa­pier ein­rei­chen, in dem fol­gen­de Punk­te berück­sich­tigt sein müssen:

 Inno­va­ti­vi­tät der Geschäftsidee
2   Machbarkeit
3   Kun­den­nut­zen, Bedarf
4   Adres­sier­ter Markt, Bran­che, Wettbewerbssituation

Bei einem posi­ti­ven Votum der Jury kann dann der Antrag beim Pro­jekt­trä­ger in Jülich gestellt werden.

Das ist im Paket enthalten:

1   Der Sti­pen­di­at erhält 1.000 Euro pro Monat für ein Jahr
 Das Grün­der­netz­werk betreut den Sti­pen­dia­ten kos­ten­frei durch einen Coach.
3   Das Grün­der­netz­werk unter­stützt die Sti­pen­dia­ten bei der Kapitalakquise.
 Das Grün­der­netz­werk ver­mit­telt Kontakte.

Autor: Heinz Wisnitzer

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Das Leis­tungs­port­fo­lio umfasst die Grün­dungs-, Ent­wick­lungs- und Stand­ort­be­ra­tung für die gewerb­li­che Wirt­schaft sowie die Betreu­ung und Steue­rung von Pro­jek­ten. Neben Fra­gen der Finan­zie­rung gehö­ren Fra­gen der Per­so­nal- und Flä­chen­ver­mitt­lung (Grund­stü­cke und Immo­bi­li­en) eben­so dazu wie das beglei­ten­de Genehmigungsmanagement.

Wir über­stüt­zen Start-ups bei allen Fra­gen um die Exis­tenz­grün­dung, ver­mit­teln Exper­ten und stel­len Kon­tak­te her.


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Das Wei­ter­bil­dungs­in­sti­tut WbI hat seit 15 Jah­ren einen Schwer­punkt in der Exis­tenz­grün­dungs- und Unter­neh­mens­be­ra­tung. Das WbI befin­det sich in Ober­hau­sen zen­tral in der City im Forum am Alt­markt und ist zer­ti­fi­ziert, um u. a. Akti­vie­rungs- und Ver­mitt­lungs­gut­schei­ne der Arbeits­agen­tu­ren und Job­cen­ter für Exis­tenz­grün­der anzunehmen.

Jeder Exis­tenz­grün­der oder Selbst­stän­di­ge kann im WbI eine unver­bind­li­che und kos­ten­freie Erst­be­ra­tung in Anspruch neh­men. Monat­lich wird ein Tages­se­mi­nar „Basis­wis­sen Exis­tenz­grün­dung“ ange­bo­ten. Das Wei­ter­bil­dungs­in­sti­tut setzt bei den Bera­tun­gen dann auf unter­schied­li­che Fach­leu­te, wie Betriebs­wir­te, Ban­ker, Buch­hal­ter, Steu­er­be­ra­ter, Juris­ten, Ver­si­che­rungs­fach­leu­te, Mar­ke­ting­ex­per­ten, Ver­triebs­trai­ner und Psy­cho­lo­gen. Unse­re Bera­ter und Coa­ches brin­gen spe­zi­fi­sche Kennt­nis­se aus den unter­schied­lichs­ten Bran­chen mit.


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