Neue Studie belegt hohe wirtschaftliche Bedeutung der Freizeit- und Tourismuswirtschaft für Handel, Dienstleistungen und Arbeitsmarkt in Oberhausen

Der Rhein-Herne-Kanal in Oberhausen

Bildquelle: OWT GmbH / Sebastian Becker

Der Tourismus zählt zu den wichtigsten Wirtschaftsfaktoren in Oberhausen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der dwif-Consulting GmbH mit Sitz in München und Berlin.

Die OWT Oberhausener Wirtschafts- und Tourismusförderung GmbH hatte die Studie aufgrund der dynamischen Entwicklung der Stadt im Bereich der Tourismus- und Freizeitwirtschaft beauftragt. Vergleichbare Daten wurden zuletzt für das Jahr 2016 erhoben. Für die Oberhausener Touristiker Anlass genug, den „Wirtschaftsfaktor Tourismus“ für die Stadt neu zu bewerten.

Im Jahr 2025 wurden ausschließlich durch touristische Aktivitäten in Oberhausen Bruttoumsätze von insgesamt 835 Millionen Euro erzielt. Von den Ausgaben aller auswärtigen Besucher der Stadt profitieren nicht nur das Gastgewerbe wie Hotellerie und Gastronomie (239,6 Millionen Euro). Der größte Anteil der touristischen Ausgaben fließt in den Einzelhandel (474,7 Millionen Euro), weitere Dienstleistungsbereiche setzen 120,7 Millionen Euro um. Gegenüber 2016 entspricht der Betrag damit einer nominalen Umsatzsteigerung von 83,3 Prozent – und das über alle zwischenzeitlichen und aktuellen Krisen hinweg. Laut OWT und dwif hat sich der Markt in Oberhausen damit zum Beispiel stärker entwickelt als in Gesamt-NRW.

Oberhausen: Magnet für Tagesgäste
Besonders bemerkenswert ist die Bedeutung des Tagestourismus für Oberhausen. Tagesgäste generieren mit 727,5 Millionen Euro rund 87 Prozent der gesamten touristischen Umsätze in der Stadt. Damit bestätigt die Studie die herausragende Bedeutung Oberhausens als Freizeit-, Einkaufs- und Erlebnisstandort mit überregionaler Strahlkraft. Belegt wird dieser Umstand durch die sogenannte „Tourismusintensität“: 15 Millionen Besucher jährlich und über 680.000 Übernachtungen ergeben in Bezug auf die Einwohnerzahl für Oberhausen einen Wert von 73,6. Zum Vergleich: Auf das gesamte Ruhrgebiet bezogen lag diese Kennziffer im Jahr 2024 bei 38,6.

Tourismus: Wertschöpfung sichert Arbeitsplätze
Oberbürgermeister Thorsten Berg betont daher die wichtige Rolle des Tourismus für die Stadt: „Die Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, dass Tourismus weit mehr ist als ein willkommenes Freizeitangebot für Gäste. Er stärkt den Wirtschaftsstandort Oberhausen, schafft Einkommen und Beschäftigung und sichert einen nicht unerheblichen Teil der Wertschöpfung in zahlreichen Branchen. Auch die Oberhausenerinnen und Oberhausener profitieren von der Angebotsvielfalt. Wo andernorts immer weniger Möglichkeiten für Shopping und Freizeitgestaltung gegeben sind, wertet unsere starke Position auch die Lebensqualität in unserer Stadt auf.“

OWT-Geschäftsführer Dr. Andreas Henseler stellt insbesondere die hohe Relevanz des Tourismus für den hiesigen Arbeitsmarkt heraus: „Die touristische Wertschöpfung entspricht rechnerisch rund 10.800 Vollzeitarbeitsplätzen. Und diese Arbeitsplätze haben einen entscheidenden Vorteil: Sie entstehen hier vor Ort und können nicht ein-fach an andere Standorte verlagert werden. Auf diese Stärke müssen wir auch künftig konsequent setzen. Besonders bei Messen, Kongressen und Events sehen wir noch erhebliche Wachstumsmöglichkeiten. Davon profitieren nicht nur Hotels und Gastronomie, sondern viele weitere Unternehmen und Beschäftigte am Standort.“

Motor des Erfolgs: Neue Mitte Oberhausen
Für OWT-Spartenleiter für Tourismus und Marketing Rainer Suhr zahlt sich der bislang eingeschlagene Kurs auf jeden Fall aus: „Investitionen in publikumsträchtige touristische Attraktionen wie Topgolf, das Metronom-Theater, OBEX oder zuletzt Karls Erlebnis-Dorf, die vielen weiteren erfolgreichen Freizeitangebote wie der Gasometer oder Sea Life sowie die professionelle Standortvermarktung aller Beteiligten wirken sich positiv auf die Gästezahlen aus und stärken damit Kaufkraft und Lebensqualität vor Ort.“ Oberhausen habe mit seiner Ansiedlungspolitik vor dem Hintergrund des Strukturwandels spätestens seit 1996 voll auf Städtetourismus gesetzt und damit einen überaus mutigen Weg beschritten: „Mit Erfolg: Ein Plus von über 800 Prozent bei den Übernachtungen seit Eröffnung der Neuen Mitte Oberhausen, das hat es deutschlandweit nirgendwo gegeben. Mittlerweile erwirtschaften wir jeden achten Euro in der Tourismus- und Freizeitwirtschaft, also in einer Branche, die es hier vor 30 Jahren noch gar nicht gab. Deshalb freuen wir uns sehr, gemeinsam mit dem Westfield Centro und allen weiteren Partnern das Jubiläum `30 Jahre Neue Mitte` feiern zu können.“

Öffentliche Hand profitiert ebenfalls
Laut dwif sind dem städtischen Haushalt 2025 zudem unmittelbar touristisch bedingte Steuereinnahmen in Höhe von rund 24,3 Millionen Euro zugeflossen, unter anderem Anteile an der Gewerbe-, Einkommen- und Umsatzsteuer, der Grundsteuer B oder der Vergnügungssteuer. Für Diana Pinnow, Senior Consultant für Ökomische Analysen der dwif, sind diese wirtschaftlichen Effekte ein weiterer wichtiger Aspekt der Stu-die: „Der Tourismus in Oberhausen stärkt damit nicht nur die Unternehmen vor Ort, sondern verbessert auch unmittelbar die finanziellen Handlungsspielräume der Kommune.“

Über die Studie:
Die Untersuchung „Wirtschaftsfaktor Tourismus für die Stadt Oberhausen 2025“ wurde vom Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Institut für Fremdenverkehr (dwif) erstellt und analysiert die wirtschaftlichen Effekte des Tourismus auf Basis aktueller Nachfrage-, Umsatz- und Wertschöpfungsdaten.  Dazu hat das Institut auf offizielle Besucherzahlen, amtliche Statistiken, regionale Wirtschaftskennziffern sowie eigene Erhebungen und Datenbanken zurückgegriffen. Das Institut mit Sitz in München und Berlin zählt zu den branchenweit renommiertesten tourismusökonomischen Beratungsunternehmen in Deutschland. © Wirtschaftsfaktor Tourismus für die Stadt Ober-hausen 2025, dwif München, August 2026
KONTAKT
OWT Oberhausener Wirtschafts- und Tourismusförderung GmbH
Rainer Suhr
Spartenleiter Tourismus
rainer.suhr@owtgmbh.de